Videobook

Liebe hat drei Mitbewohner. Einer zieht immer aus. - Muss das so sein?

Lust, Verliebtheit und Bindung teilen sich nach dem Essay von Dirk Werner eine Wohnung im Kopf, und einer der drei zieht immer aus. Das Video erzählt in zehn Szenen aus einer WG, von Emma und Julian bis zu Sara und Alex, was die Forschung über diese drei Systeme im Gehirn weiß und ob der Auszug so sein muss, mit Kapiteln zum Anspringen.

8 Min. · · Deutsch

Auch auf Englisch: Love Has Three Roommates. One Always Moves Out. - Does It Have to Be That Way?

Ein Videobook nach einem Essay von Dirk Werner. Stimmen, Bilder und Videoclips KI-generiert, von Dirk Werner redaktionell geprüft.

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Kapitel

  1. Drei Mitbewohner
  2. Die Mitbewohner stellen sich vor
  3. Die Verliebtheit zieht ein
  4. Der Auszug
  5. Die Bindung übernimmt
  6. Krach in der WG
  7. Der Untermieter im Keller
  8. Der Rauchmelder
  9. Die Lust vom Balkon zurückholen
  10. Was bleibt

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Der vollständige Text mit allen Quellen steht im Blog: Liebe, Lust und Gehirn: Was Paare langfristig verbindet

Häufige Fragen

Wer sind die drei Mitbewohner?

Lust, Verliebtheit und Bindung. Die Anthropologin Helen Fisher hat sie 2002 mit Arthur Aron und Kollegen als drei eigenständige, aber verbundene Systeme im Gehirn beschrieben.

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Die Lust hängt vor allem an den Sexualhormonen und ist wenig wählerisch, die Verliebtheit richtet sich auf einen bestimmten Menschen, die Bindung verbindet Fisher vor allem mit Oxytocin und Vasopressin. Weil die drei getrennt sind, laufen sie nicht automatisch im Gleichschritt.

Warum fühlt sich frische Verliebtheit wie ein Rausch an?

Als Aron, Fisher und Kollegen 2005 frisch Verliebten im Hirnscanner ein Foto des geliebten Menschen zeigten, reagierten vor allem dopaminreiche Regionen des Belohnungs- und Motivationssystems, Schaltkreise, die auch an Verlangen und Sucht beteiligt sind.

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Dazu passt ein Befund von Donatella Marazziti aus dem Jahr 1999: In einem einzigen Messwert, der Dichte der Serotonin-Transporter an den Blutplättchen, glichen Verliebte Menschen mit Zwangsstörung. Eine Krankheit ist Verliebtheit deshalb nicht.

Was zeigt die Studie, in der Frauen die Hand ihres Mannes hielten?

James Coan kündigte 2006 verheirateten Frauen im Scanner Stromschläge an.

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Hielten sie dabei die Hand ihres Mannes, reagierten die Bedrohungsregionen ihres Gehirns schwächer als mit der Hand eines Fremden oder ohne Hand, am deutlichsten bei Frauen, die ihre Ehe als besonders gut beschrieben. In einer guten Beziehung wird der Partner Teil der eigenen Stressregulation.

Warum vertragen sich Bindung und Lust oft schlecht?

Die Paartherapeutin Esther Perel beschreibt, dass Liebe Nähe, Sicherheit und Verlässlichkeit sucht, Begehren dagegen etwas Abstand, Unbekanntes und das Gefühl, dass der andere nicht jederzeit verfügbar ist.

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Man kann einen Menschen tief lieben und trotzdem wenig Lust auf ihn haben. Nach Fishers Modell ist das kein Beweis, dass etwas nicht stimmt, sondern folgt aus der Trennung der drei Systeme.

Was hilft, wenn im Streit der Rauchmelder losgeht?

Zuerst der Körper, dann die Worte. Die Neurowissenschaftlerin Amy Arnsten hat zusammengetragen, wie schon milder, unkontrollierbarer Stress den präfrontalen Kortex einschränkt.

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John Gottman empfiehlt bei emotionaler Überflutung eine vereinbarte Pause von mindestens zwanzig Minuten, mit einer Uhrzeit für die Fortsetzung. In einer Studie von Beate Ditzen aus dem Jahr 2007 stiegen Cortisol und Herzfrequenz nach einer Massage durch den Partner deutlich weniger an, ermutigende Worte allein halfen nicht.

Wie bringt man die drei Mitbewohner trotzdem unter einen Hut?

Mit einem verlässlichen Rahmen, in dem bewusst Platz für Neues ist.

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Das Beispielpaar Sara und Alex nimmt sich jeden Tag fünf Minuten für ein Gespräch, in dem es nicht um Organisatorisches und nicht um die Kinder geht, und einmal pro Woche einen Abend für etwas, das beide noch nie getan haben. In Studien von Arthur Aron stieg die Ehezufriedenheit bei Paaren, die zehn Wochen lang gemeinsam etwas Aufregendes unternahmen, stärker als bei Paaren mit nur angenehmen Unternehmungen. So bekommt die Bindung ihre Sicherheit und die Lust den kleinen Abstand und das Unbekannte, das sie braucht. Manchmal genügt auch etwas sehr Kleines: Wer die Freundlichkeit des Partners bemerkt und dafür dankbar ist, fühlt sich ihm nach Sara Algoe am nächsten Tag verbundener. Dass es gelingen kann, zeigte Bianca Acevedo 2012: Bei Menschen, die im Schnitt 21 Jahre verheiratet waren und sich als intensiv verliebt beschrieben, fand sie beim Anblick des Partners dasselbe Belohnungssignal wie bei Frischverliebten.

Ist das Video KI-generiert?

Stimmen, Bilder und Videoclips sind KI-generiert, der Inhalt folgt einem Essay von Dirk Werner.

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Er hat das Video redaktionell geprüft. Den vollständigen Essay mit allen Quellen gibt es im Blog. Das Video ersetzt keine Paar- oder Psychotherapie.

Über den Autor

Dirk Werner · Diplom-Psychologe und approbierter Psychologischer Psychotherapeut mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie. Über 26 Jahre klinische und ambulante Erfahrung in Einzel-, Paar- und Gruppentherapie. Autor von 31 Büchern und Hörbüchern auf Deutsch und Englisch.

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